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Keramikindustrie
von Laveno

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Keramikindustrie
von Laveno

Die Geschichte der Industrieanlagen von Laveno ist die Geschichte erleuchteter Unternehmer, die durch das Ausnützen der Ressourcen des Territoriums eine große, in der ganzen Welt anerkannte, Exzellenz geschaffen haben.

Geburt und Entwicklung der Keramik von Laveno

1856 gründeten drei Mitarbeiter der Keramikfabrik Richard in Mailand, Carlo Caspani, Alessandro Carnelli und Severino Revelli, die Società Ceramica C. C. R. unter Nutzung des stillgelegten Gebäudes einer Glasfabrik in der Nähe des Sees.

Die Produktion, die von etwa 100 Arbeitern durchgeführt wird, besteht zunächst aus Feinsteinzeug und feuerfesten Bausteinen. Die Initiative zeichnet sich durch eine beträchtliche unternehmerische Kühnheit aus, sowohl wegen des dezentralen Standorts Laveno als auch wegen der Notwendigkeit, mit einem bereits etablierten Hersteller wie dem Mailänder von Giulio Richard zu konkurrieren. Und auch für die immer stärker werdende Konkurrenz der britischen Töpferei.

Eine der Schlüsselentscheidungen für den Erfolg der Initiative ist die industrielle Herstellung von billigem Steingut für den Hausgebrauch. Die Keramik sollte das Geschirr, das damals von den weniger wohlhabenden Klassen benutzt wurde, aus Kupfer,Zinn oder sogar Holz ersetzen.

Die neue Produktionsstätte “Lago”

Die Keramikproduktion in Laveno entwickelte sich so sehr, dass 1869 ein Teil der Aktivitäten in eine neue Fabrik mit dem Namen „Lago“ verlegt werden musste. Hier wurden 1871, zum ersten Mal in Italien, drei intermittierende Öfen mit umgekehrter Flamme installiert. Im Jahre 1875 beschäftigte die Fabrik nun 400 Arbeiter. Im Jahr 1883 nahm sie ihren neuen und berühmteren Namen Società Ceramica Italiana an, daher die Marke S. C. I. In diesen Jahren glänzten Industriekapitäne wie Tommaso Bossi, dessen Nachfolger 1895 der Ingenieur Luciano Scotti wurde, der bis 1956 an der Spitze des Unternehmens blieb. Er war derjenige, der die Fabrik zu maximaler strukturellen und produktiven Bedeutung geführt hat.

Neue Technologien und neue Produktionsstätten

1922 wurde in der Fabrik „Lago“ der erste Gasdurchlaufofen aufgestellt, der 1936 durch einen Elektroofen ersetzt wurde. Vorher, in den Jahren 1925-1926 hat man in der Ortschaft Boesio dei „Mulini“ eine Produktionsstätte für die Zubereitung der Rohmasse (impasto) gebaut. Im selben Jahr auch die „Magazzini Generali“ (Allgemeinen Lagerhäuser) in Ponte, die direkt mit der staatlichen Eisenbahn verbunden waren. Alle Werke (Lago, Ponte und Boesio) wurden durch eine Schmalspurbahn „Decauville“; für den Materialtransport miteinander verbunden. 1925 hat man nach einer Vereinbarung mit der deutschen Firma Rosenthal auch die Fabrik Verbano für die Herstellung von Tafelporzellan und später von Isolatoren gebaut.

Eine intensive künstlerische Entwicklung

Der Innovationskraft der 1920er Jahre, die sich auf die Produktionstechnologien bezog, stand eine ebenso intensive Entwicklung innerhalb der Kunst- und Projektabteilungen gegenüber. Die Zusammenarbeit zwischen dem Architekten Piero Portaluppi und S. C. I. begann. 1925 wurde dank der Intuition von Luciano Scotti der junge Guido Andlovitz, der seit 1923 im Unternehmen tätig war, zum künstlerischen Leiter ernannt. Andlovitz brachte eine stilistische Erneuerung der Formen und Dekorationen ein, so sehr, dass Ende der 1920er Jahre Richard-Ginori mit dem künstlerischen Leiter Gio Ponti und der Ceramica di Laveno um die Vorherrschaft der Keramikkunst in Italien wetteiferten.

Ende der dreißiger Jahre beginnt die Zusammenarbeit mit Angelo Biancini, der während seiner kurzen Anwesenheit in der Firma eine vielschichtigere Produktionslinie entwickelt hat. Biancini schlägt alle nur möglichen Figuren vor, sowohl kleine und große Statuen als auch Hoch- und Flachreliefplatten. Die große Erfahrung und Kenntnis in der Keramiktechnik der S. C. I. -Mitarbeiter hat die Herstellung dieser Produkte von absoluter Schwierigkeit und erheblicher Bedeutung erleichtert.

Ende der 1940er Jahre trat Antonia Campi als Dekorationsarbeiterin in das Unternehmen ein. Guido Andlovitz erkennt sofort ihr Können und ihr Potenzial und setzt sie in der Kunstabteilung ein. Seit ihrer ersten kleinen Vase im Jahr 1948 hat sie in weniger als einem Jahrzehnt Hunderte von Gegenständen von außergewöhnlichem künstlerischem und innovativem Wert entworfen und ist zu einem der berühmtesten Namen im Keramikdesign geworden.

1950 wurde der erste kontinuierliche Naphtha-Ofen für die Porzellanherstellung in Betrieb genmmen.

Gleichzeitig wurde eine neue Fabrik „Ponte“ für die Massenproduktion von Haushaltsgegenständen aus Grobsteingut gebaut, wodurch das Gebiet der „Magazzini Generali“ (Allgemeinen Lagerräumen) neu organisiert wurde.

Die Abteilungen, in denen das Grobsteingut bearbeitet wird, beschäftigen etwa 1500 Arbeiter und stellen den wichtigsten Kern der Società Ceramica Italiana di Laveno (der Italienischen Keramischen Gesellschaft) von Laveno dar. Das Werk in Verbano gehört auch zu den modernsten in der Porzellanherstellung und beschäftigt etwa 700 Mitarbeiter.

Das Studienzentrum (Centro studi) des Unternehmens und die an der Schule für Keramiker (Scuola per Ceramisti) ausgebildeten Arbeiter, die beide auf Geheiß des Ingenieurs Scotti geschaffen wurden, tragen zu dieser technologischen Entwicklung der Anlagen bei.

Die Schule für Keramiker (Scuola per Ceramisti)

Der Lehrgang für Keramiker, der 3 Jahre dauert, wurde im Schuljahr 1950-1951 gegründet. Ihr Ziel ist es, den S. C. I. -Mitarbeitern eine technisch-praktische Ausbildung zu vermitteln, die es ihnen ermöglicht, ihre Fähigkeiten als Keramiker zu perfektionieren. Bis 1950 und ab 1974 wurde die Berufsausbildung in Laveno von der Zeichner Schule durchgeführt (organisiert von der („Società di Mutuo Soccorso fra Operai, Artisti, Commercianti e Professionisti“), ein Soziales Hilfswerk zwischen Arbeitern, Künstlern, Geschäftsleuten und Fachleute, mit dem Beitrag der Stadtverwaltung und der S.C.I. und seit über vierzig Jahren von Professor Mario Aubel geleitet). Zu diesem Zeitpunkt wurde dann davon ausgegangen, dass sie nicht mehr den beruflichen Anforderungen des Unternehmens entspricht.

Die Entwicklung des Angebots

Neben dem Studienzentrum und der Schule für Keramiker ist auch die Designabteilung von großer Bedeutung. Hier entwickeln Künstler und Designer unter der klugen Leitung von Guido Andlovitz und dann von Antonia Campi die ästhetische Erforschung von Formen und Verzierungen, die zur Schaffung von künstlerischer Feinkeramik führt.

In der Zwischenzeit diversifiziert sich die Produktion:

  • Haushaltsartikel in Grobsteinzeug und Feinporzellan;
  • glaskeramische Sanitärausrüstung (für Luxushotels- und Kreuzfahrtschiffe)
  • elektrische Isolatoren aus Porzellan (weltweit für große Stromleitungen);
  • feuerfeste Materialien.

Diese Erfolge werden gekrönt durch die prestigeträchtigen Teilnahmen an den wichtigsten Weltmessen, in Italien, Frankreich, Belgien, Luxemburg, den Vereinigten Staaten usw. All dies macht Laveno zum Epizentrum der keramischen Tradition, ebenso wie Murano für Glas und Faenza für Majolika.

Die Fotos in diesem Abschnitt stammen aus der Sammlung von Giuseppe Beltrami.

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